Historisches
Im Jahr 1946 wurde der Arzt Dr. med. Curt Meyer zum Dezernenten für Sozialhygiene im Landesgesundheitsamt Berlin ernannt (der späteren Senatsverwaltung für Gesundheit). Im Juli 1949 rief er angesichts der mangelnden Versorgung Krebskranker eine Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Erkrankung ins Leben. Diese diente dem Berliner Senator für Gesundheitswesen als beratendes Gremium bei der Organisation des Krankenwesens.
1957 beschlossen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft auf Anregung Meyers, diese in einen eigenständigen, gemeinnützigen Ausschuss umzuwandeln, um die Arbeit auf eine breitere Basis zu stellen. Ziele des Ausschusses waren die Aufklärung der Bevölkerung und nach wie vor die praktische Krebsbekämpfung.
Am 16. August 1957 erfolgte die Gründung des Vereins unter dem Namen Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung – Landesstelle des (1951 gegründeten) Deutschen Zentralausschusses für Krebsbekämpfung und Krebsforschung e.V.
Wichtigstes Handlungsfeld der jungen Gesellschaft war die Unterstützung der Genesungsfürsorge. Außerdem organisierte der Ausschuss Plakat- und Vortragsaktionen, mit denen die Bevölkerung über die Krankheit Krebs und ihre Heilungschancen aufgeklärt wurde. Bereits in dieser Zeit erkannten die Mitglieder des Landesausschusses die Notwendigkeit ihres Einsatzes nicht nur für die Genesungsfürsorge, sondern auch für die Vorbeugung und Früherkennung von Krebserkrankungen.
Durch die amtliche Zuerkennung der Gemeinnützigkeit im Jahr 1971 flossen dem Ausschuss zunehmend private Mittel aus der Bevölkerung zu. Sie bildeten die Grundlage für den Ausbau der regionalen Förderung von wissenschaftlichen Projekten und Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und medizinisches Personal. Seit den achtziger Jahren erhalten junge Wissenschaftler außerdem für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Onkologie den Curt Meyer-Gedächtnispreis.
In den achtziger Jahren reagierte die Gesellschaft schließlich auf den steigenden Bedarf an Beratung Krebskranker und formte einen psychosozialen Dienst mit festen Beratungszeiten. Darüber hinaus bot der Verein Krebskranken und Angehörigen verstärkt kostenlos Informationsbroschüren und Patienteninformationstage an. In den neunziger Jahren gab sich der Verein den heutigen Namen "Berliner Krebsgesellschaft".
Die praktische Krebsbekämpfung, die Auflärung der Bevölkerung und die Unterstützung der Krebsforschung stehen heute als gleichbedeutende Ziele nebeneinander und werden von der Gesellschaft auch nach über 50 Jahren Entwicklung konsequent verfolgt.
Dr. med. Curt Meyer


